Fachtag Gewalt- und Radikalisierungsprävention

27. November 2018

Kriminalpräventiver Rat der Stadt Chemnitz
Einladung zum Fachtag des Fachnetzwerks „Gewalt- und
Radikalisierungsprävention“ 27.11.2018
Sehr geehrte Damen und Herren,

die Ereignisse in Chemnitz haben bei vielen Fachkräften großen Diskussionsbedarf zu Ursachen und dem Umgang mit den noch andauernden Auswirkungen ausgelöst. Mit den Geschehnissen seit dem 26.08.2018 wird deutlich, dass sich der im Fachnetzwerk festgestellte Bedarf an Maßnahmen zur Gewalt- und Radikalisierungsprävention bestätigt hat. Gewalt tritt überall auf, in allen Bevölkerungsschichten und sozialen Räumen. Gewalt wird medial überproportional dargestellt und verbreitet (Einzelfall als Regelfall) und durch eine Verrohung der Sprache gefördert. Zustimmende Haltungen zu Diskriminierung fördern Gewalt im Alltag. Die Geschehnisse von Chemnitz zeigen auch, wie eine Gewalttat dazu benutzt wird, eine Eskalationsschraube inmitten der Gesellschaft in Gang zu setzen. Es ist eine große Herausforderung, aus dieser Situation einen Weg in eine Zukunft zu finden, die zukunftsorientiert und gewaltfrei ist.

Zielsetzung des Fachtages ist, mit Ihnen die Geschehnisse in Chemnitz zu diskutieren, Handlungsoptionen aufzuzeigen und erforderliche Maßnahmen zu vereinbaren.
Termin:
27.11.2018 von 10:00 Uhr bis 15:30 Uhr
Ort:
Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz
Stefan Heym-Platz 1
09111 Chemnitz
Bei Fragen wenden Sie bitte sich an Frau Vorsatz unter 0371 4881934.
Mit freundlichen Grüßen
Miko Runkel
Vorsitzender Kriminalpräventiver Rat der Stadt Chemnitz




Tagesordnung
9:30 Uhr Ankommen, Beginn 10:00 Uhr
1. Eröffnung
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen, und Jugend Sächsisches Staatsministerium des Innern
2. Input
Prof. Bauer
Schmerzgrenze – vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt

"Friedensfähigkeit oder Aggression: Was können wir von den "Social Neurosciences" lernen?

Der Mensch ist zu beidem fähig, einerseits zu zwischenmenschlicher Empathie und friedlichem Zusammenleben, andrerseits zu Hass und Aggression. Die modernen Neurowissenschaften kennen die neurobiologischen Grundlagen beider Zustände und wissen, welche Faktoren Friedensfähigkeit stärken, und welche Hass und Gewalt begünstigen. Aus diesen Erkenntnissen lassen sich Schlussfolgerungen ableiten, worauf eine Gesellschaft achten muss, um die Bereitschaft ihrer Mitglieder zu Toleranz und friedlichem Zusammenleben zu fördern. Vertiefende Literatur siehe Joachim Bauer: Schmerzgrenze - Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt (Heyne TB).
3. Vorstellung der Fachforen
Pause 12:00 Uhr bis 13:00 Uhr
Austausch und Mittagessen (im Haus oder der Umgebung)
4. Fachforen ab 13:00
Fachaustausch mit Expertinnen und Experten, Diskussion
Fachforum 1
Angst und Radikalisierung – Verstehen von Zusammenhängen und Anregungen für Umgangsszenarien

Fachforum 2
Identitätsverlust und Gewalt – Optionen Identität zu stiften und Gewalt abzubauen

Fachforum 3
Deeskalation im Dialog – Alternativen zu Hass und Polarisierung

Fachforum 4
Gewaltfreie Schutzräume schaffen – Elternhaus und Schule als gewaltfreie Orte entwickeln, wie kann es nachhaltig gelingen

Fachforum 5
Soziale Medien und Radikalisierung – wie gehen wir damit um?
5. Auswertung der Ergebnisse im Plenum ab 15:00 Uhr
Ausklang Ende ca 15:30 Uhr
Bitte melden Sie sich bis zum 20.11.2018 unter folgender E-Mail Adresse an:kriminalpraevention@stadt-chemnitz.de
Die Veranstaltung ist kostenfrei und wird unterstützt durch: